Buser Frères & Cie SA war ein Schweizer Uhrenhersteller (Manufaktur).
Die Firma hatte ihren mit Sitz in Niederdorf im Waldenburgertal, Kanton Basel-Landschaft. Das Unternehmen wurde 1891 in Waldenburg gegründet, verlegte den Sitz 1902 nach Niederdorf, arbeitete ab 1916 als vollständige Manufaktur, und war bis zu seiner Eingliederung in den MSR-Verbund 1995 tätig.
Am 8. September 1891 gründeten Albert Buser-Weber, Fritz Buser-Bider und Johannes («Hans») Buser sowie Albert Berger-Haas die Gesellschaft Gebrüder Buser & Berger (Buser Frères et Berger) in Waldenburg. Die älteste Bildmarke «AB im Oval» wurde am 6. September 1892 registriert.
Um 1895 gründete Albert Buser in Gros-Hüningen (Elsass) eine Ébauche-Fabrik unter dem Namen A. Buser & Co., Marken «Alsatia» und «Esta». Ein Strafgericht stellte 1898 unrechtmässige Kopien Schweizer Uhrwerke fest; die Fabrik wurde wahrscheinlich geschlossen.
Arnold Lohner-Leuenberger kam als Partner dazu (Gebrüder Buser & Lohner). 1902 gründete Lohner in Hölstein eine neue Fabrik — den Vorläufer der späteren Oris.
Am 1. Januar 1902 gründeten Albert und Fritz Buser Gebrüder Buser (Buser Frères) in Niederdorf. 1913 übernahm Albert Buser die Gesellschaft als alleiniger Eigentümer.
Ab 1916 produzierte Buser vollständige Uhren. Das Werkzeichen «B im Dreieck» und die Marken Esta und Nidor wurden am 7. März 1918 beim IGE registriert.
Von Januar 1920 bis Juni 1928 lautete der offizielle Firmenname Buser & Co., Uhrenfabrik «Nidor» — auch im internationalen Handel. Die Ébauche-Fabrik selbst trug den Markennamen «Frenca», der später zur Hauptmarke wurde.
Konstituiert am 30. März 1928 als Gebrüder Buser & Cie. AG / Buser Frères & Cie. SA. Aktienkapital CHF 200'000 (400 Namenaktien à Fr. 500). Englischer Firmenname auf den Wertpapieren: «Buser Brothers & Co Ltd».
Erhaltene Originalaktien (z. B. Nr. 101, ausgegeben 1941 an Frau Val. Buser-Bouguet) belegen die Weitergabe innerhalb der Familie bis zu Franz Buser.
Während des Zweiten Weltkriegs Slogan «La Montre du Soldat». Nach dem Krieg: «Précision Präzision Accuracy Precision». 1946: «Frenca Automatic» mit Vollrotor. Albert Buser starb am 8. März 1953; Nachfolger als Verwaltungsratspräsident wurde Franz Buser (1954).
| Marke | IGE-Erstregistrierung | Anmerkung |
|---|---|---|
| Nidor | 7. März 1918 | Älteste Wortmarke; 1920–1928 Firmenname |
| Esta | 7. März 1918 | Marke für Zylinderuhren |
| Frenca | 29. Januar 1927 | Erstanzeige 1.2.1926; urspr. Ébauche-Marke |
| Neo | 1933 | Untermarke |
| Tiptop | 1933 | Untermarke |
| Neova | 1937 | Untermarke |
| Buwat | — | Automatiklinie |
| Fechomatic | — | Automatik mit Datum; «Fecho» = span. fecha (Datum) |
| Vibraflex | 1959 | Busers eigenes Stossschutz-System |
Weitere Marken (Auswahl): Sanrival, Edison, Nacar, Destino, Groda, Voluntas, Seaprince, Hilton, Hilltop, Laif, Mirodate, Neodor, Heracles, Mercury, Galia, Fechomatic/Fechografo, Spada (Spanien).
Buser lieferte Taschenuhren an die British Army unter der Bezeichnung G.S.T.P. (General Service Trade Pattern). Gehäuseboden-Stempel: Broad Arrow · S · G.S.T.P. · FRENCA · Swiss Made. Werk: Kaliber Buser 25/115 (11,5 Linien).
Hinweis: Frenca-signierte G.S.T.P.-Stücke gehören ausschliesslich zur British Army, nicht zur RAF (separate Beschaffungscodes 6B/159 und 6E/50).
Das Kaliber Buser 25/115 ist auch im DH/DU-Archiv (german242.com) unter DU (Dienstuhr Verwaltung) gelistet — branchenübliche Doppelbelieferung im neutralen Exportland Schweiz (ebenso Longines, Zenith, Helvetia, Record, Moeris).
Am 6. September 1961 Fusion zur MSR (Manufactures d'Horlogerie Suisses Réunies SA) mit Revue Thommen (Waldenburg), Vulcain (La Chaux-de-Fonds) und Phénix (Porrentruy). Marvin (Saint-Imier) kam erst 1976 dazu.
Buser war zunächst für Uhrwerkfertigung zuständig, später für Druckmessinstrumente. Franz Buser führte die Buser-Sparte und präsidierte ab 1979 den MSR-Verwaltungsrat.
Am 31. Mai 1995 Auflösung und Eingliederung in die MSR. MSR-Konkurs: Juli 2000.
Historismus-Stil, Dekorationsmalerei von Wilhelm Kaiser. Seit 1998 im kantonalen Inventar der geschützten Kulturdenkmäler BL.
Die Marke Dekla (Stuttgart, Deutschland) nutzt seit einigen Jahren den Namen «Buser» für eine eigene Kollektion. Diese Produktion steht in keinem gesellschaftsrechtlichen Zusammenhang mit der historischen Buser Frères & Cie SA aus Niederdorf BL.