~~NOTOC~~ {{page>template:magazin_link}} ====== Haute Horlogerie im locker-leichten Gewand ====== {{wst>image_c|Hublot|Big Bang Titanium Peach Ceramic 42 mm|400px}} Man könnte meinen, das wären Spielzeuge, aber sie sind es nicht, sondern sie sind Spitzenprodukte der höchsten Luxusuhrenklasse(([[:Haute Horlogerie]])): die locker-leicht -- nicht nur optisch, sondern auch im Gewicht und in der Tragbarkeit -- daherkommenden Sportmodelle von [[:Hublot]] aus der inzwischen legendären Reihe [[:Big Bang]]. Bis vor kurzen hatte ich [[:Jean-Claude Biver]] bezüglich seiner Rolle beim Erscheinen der Big Bang bewundert, allzu spät habe ich erst erfahren, daß er sich den Ruhm mit [[:Yvan Arpa]] zu teilen hat. Denn in Partnerschaft mit Biver und seinem marketingträchtigen Konzept der "Fusion" ((Dieses wiederum ist eine Weiterentwicklung der bereits von [[:Carlo Crocco]] als früherem Chef von Hublot eingeführten Idee, Gummi und Gold zusammen bei Luxusuhren zu lancieren.)) war es Arpa, der die spezielle und damals für Luxusuhren ungewöhnliche Gehäuse-und-Armband-Konstruktion entwickelt hat. All dies ist inzwischen Geschichte; Biver war es nicht gelungen, Crocco zum Verkauf von Hublot an ihn als Alleininhaber zu bewegen; er wurde dann Chef der [[:LVMH]] und damit indirekt auch wieder von Hublot, und die Big Bang diente ihm als Plattform für vielfältige Experimente und mutige Variationen, bis hin zu solchen Exoten wie der [[:hublot_one_million_big_bang|One Million Dollar Big Bang]] (damals war eine Million Dollar noch mehr wert als heute!). Es wurde viel mit Werkstoffen experimentiert, und Hublot gebührt auch das Verdienst, [[:Keramik]], [[:Titan]], [[:Wolfram]] bis hin zu [[:Kevlar]] als geeignete Materialien in einer breiten Palette unterschiedlichster Big-Bang-Inkarnationen erprobt und dem breiten Markt bekannt gemacht zu haben. Noch unter Biver erfolgte dann die wichtige, die Unabhängigkeit der Marke als [[:Manufaktur]] bekräftigende Einführung eines hauseigenen Kalibers, des **Unico**; mittlerweise gibt es das Kaliber **Unico 2** als Nachfolger. Darauf aufbauend geht die neue Führung von Hublot eigene Wege, einmal mit der Unico-Modellreihe, dann mit den Titan-Modellen und nicht zuletzt mit den Keramikmodellen. Außerdem wurde eine eigene, hochgradig kratzfeste Goldlegierung ([[:Magic Gold]]) entwickelt. {{wst>image_c|Hublot|Big Bang Summer Multi-Colored Ceramic 42 mm|360px}} Gerade die Keramikmodelle unterstützen das Konzept der Marke, einerseits höchste uhrmacherische Kompetenz zu liefern -- wichtige Grundlage auch für die hohen Preis der Uhren --, und andererseits das traditionelle Bild von Luxusuhren -- großväterlich ehrwürdig, behäbig, ernst und gravitätisch zu wirken -- immer weiter ad absurdum zu führen: * [[:Hublot Big Bang Titanium Peach Ceramic 42 mm|Big Bang Titanium Peach Ceramic 42 mm]] * [[:Hublot Big Bang Summer Multi-Colored Ceramic 42 mm|Big Bang Summer Multi-Colored Ceramic 42 mm]] Das ist auch der Weg, den -- wie im Magazin-Beitrag über [[:Chronoswiss]] beschrieben -> [[:magazin:die_chronoswiss-metamorphose|Die Chronoswiss-Metamorphose]] -- auch diese Marke beschreitet: unerschrocken, frech, risikofreudig und Provokationen gegen das, was der Luxusuhrenliebhaber für "wertig", hält nicht abgeneigt. Indessen kehrt Jean-Claude Biver offenbar, in der zusammen mit seinem Sohn geführten gleichnamigen Firma [[:Biver]], zu klassisch-traditionellen, also quasi orthodoxen Werten und Gestaltungsweisen zurück. Falls mich jemand nach meiner Vorliebe fragt: Mir sind die "modernen" lieber. Denn was zu einer Zeit als "modern" gilt, ist später schon "Klassik". Das haben Modelle wie die [[:Royal Oak]] bewiesen, das zeigt die gesamte Umorientierung der Haute Horlogerie seit der Jahrtausendwende. Was letztlich zählt, ist * Leistung, und * Originalität. So ist eine wirklich gute, hochwertige Uhr nicht notwendig einer Wiederauflage von Kriterien, die es früher bereits gegeben hat. {{page>template:magazin_rechts}} {{tag>Magazin}}